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Die Geschichte der Gemeinde Huisheim

Backenzahn und Knochen eines Mammuts aus den Schwalbsanden

Erste Menschheitsspuren im Heimatraum

Wer in unserer Heimatgeschichte zurückblicken will, hat sich zuerst zu fragen, wann sich dort wo heute Huisheim, Gosheim und Lommersheim am Riesrand ihre Standorte haben, wohl erstmals Menschen niederließen. Da in „eisgrauer Vor- und Frühzeit“ Grenzziehungen unbekannt waren, ist es nur möglich, den gesamten Nahraum in die Überlegungen mit einzubeziehen. Erich Bäcker, Donauwörth, der im Heimatbuch einen Beitrag über die Vor- und Frühgeschichte Gosheims veröffentlicht hat, hält fest, dass bereits vor 100.000 Jahren „Sammler und Jäger“ unsere engere Heimat durchstreiften. Funde aus diesen und erst recht aus späteren Epochen, die bevorzugt aus den Gosheimer Schwalbsanden stammen, sagen uns, dass der frühe Mensch, der die steppenähnliche Landschaft damals durchquerte, bereits über Werkzeuge aus Stein und Knochen verfügte. Knochen von Mammut, Steppenelefant, Wildpferd, Rothirsch, Wollnashorn und Rentier belegen außerdem, dass ihn auch der seinerzeitige Wildbestand als „Fleischquelle“ dazu veranlasst haben dürfte, sich hier zumindest „auf Zeit“ niederzulassen.

 

Höfe erinnern an die Römerzeit

Ein gewaltig großer Schritt führt uns aus dieser Zeit in das erste Jahrhundert n. Chr. Die Römer hatten damals das Ries erreicht, die hier sesshaften Kelten entweder vertrieben oder sich unterworfen und an unsere Landschaft Gefallen gefunden. Einen ihrer vielen Römerhöfe gab es nahe dem Ziegelhof und einen zweiten – ungleich größeren – in dem Flurstück „Markbichele“ (ehemals Mauerbichele“ genannt) unweit des Markhofes. Fand man in der heutigen Gosheimer Flur bisher keine Überreste einer „villa rustica“, so sagt das nichts darüber aus, dass es hier keinen Römerhof gegeben hat. Das Bibelwort: „Wer suchet, der wird finden!“ sollte eher dazu anregen, sehr bald eine umfassende Flurbegehung u. a. durchzuführen, um den in dieser Beziehung „weißen Fleck in der Landschaft“ mit Inhalten zu füllen.

 

Die fremden Eroberer übrigens hielten auch bei uns nicht viel von dorfähnlichen Ansiedlungen. Sie wohnten lieber in ihren für die damalige Epoche großen Höfen, die verstreut in der Flur lagen, und bewirtschafteten von ihnen aus das bereits von den Kelten weitgehend urbar gemachte Land. Erstere haben auch manche der Namen, die wir noch heute in abgewandelter Form kennen, gewissermaßen „erfunden“. So bezeichneten sie beispielsweise die Schwalb, die nahe den drei Mühlen im Schwalberholz einspringt, „Sualava“ und gaben damit die Vorlage für die Bezeichnung des Sualafeldgaues, nach dem wir wiederum unsere schöne Mehrzweckhalle benannt haben.

 

Die Alamannen werden zu Ortsgründern

Im 5./6. Jahrhundert n. Chr. kam es im Rahmen der alamannischen Landnahme zweifelsohne zu den ersten Ortsgründungen auch dort, wo wir heute unser gemeinsames Zuhause haben. Da es den Rahmen des Buches sprengen müsste, kann nur darauf eingegangen werden, dass sich dort, wo heute in Huisheim die „Alamannenstraße“ ihren Weg nimmt, ein alamannischer Reihengräberfriedhof befand, der bei einer Baumaßnahme angeschnitten wurde. Ein qualitätvoller Gürtelbeschlag, silbertauschiert und plattiert, der hier zusammen mit anderem gefunden wurde, stach Erich Bäcker so sehr ins Auge, dass er anregte, ihn als Replik (=Nachbildung eines Originals) neu erstehen zu lassen. Er wird künftig die Amtskette des Bürgermeisters der Gemeinde Huisheim zieren und daran erinnern, dass die Alamannen gewissermaßen die „frühesten Huisheimer“ waren. Gosheim kann ebenso auf die gleiche Gründungszeit verweisen. Auch dort gibt es Belege, die das bestätigen.

 

Erste urkundliche Hinweise

Ein urkundlicher Beleg, in dem eine Ortschaft erstmals erwähnt wird, sagt im Regelfall nichts über ihre tatsächliche Gründung aus. Dennoch ist es von unschätzbarer Bedeutung für Gosheim, dass in einer Urkunde von 793 nicht nur die Ansiedlung selbst erstmals erwähnt wird, sondern auch festgeschrieben steht, dass der seinerzeitige Zentgraf (=königlicher Verwalter) Helmoin das Land um Gosheim und den Ort, der damals das politische Zentrum des Sualafeldgaues war und „Kaozesheim“ genannt wurde, an Bischof Atto von Freising übergab. Da Helmoin (auch Helmuni genannt) Gosheim nicht als vererbbares Eigentum, sondern lediglich als Lehen besaß, erwarb Atto ebenfalls nur die Lehenshoheit über die Königsmark, was uns sagt, dass die königliche fränkische Oberhoheit erhalten blieb. Der „Veranlasser“ der Schenkung war zweifelsohne der Frankenkönig Karl, der später zum Kaiser gekrönt wurde und den Beinamen „der Große“ zugesprochen erhielt.

 

Besonders ungewöhnlich, dass diese Lehensbindung bis ins frühe 19. Jahrhundert Bestand hatte und erst in der Säkularisation aufgehoben wurde. Bezüglich Huisheims erster urkundlicher Nennung sieht vieles ein wenig anders aus. Sie stammt nicht aus dem 9. Jahrhundert, wie ein Dorfchronist um 1931 zu wissen glaubte, sondern aus dem Jahre 1197 und ist in einem Dokument des ehemaligen Urkundenbestandes des Reichsstiftes Kaisheim zu finden. Ein Streitfall zwischen dem Zisterzienserkloster und dem Ritter Wortwinus wurde zum Anlass, um einen Schiedsspruch schriftlich zu fassen. Unterschrieben wurde diese Urkunde auch von einem „Marcuardus de Huiesheim“, den man als Zeugen in die Verhandlung einbezogen hatte.

 

Wechselnde Herrschafts- und unterschiedliche Lebensverhältnisse in den beiden Dörfern

In den Dorfbüchern und weiteren Broschüren ist detailliert dargestellt worden, wie sich die Zeitläufte seit dem 8. bzw. 12. Jahrhundert auf den Bestand von Gosheim und Huisheim ausgewirkt haben. Auch erfahren wir, was in den Friedensperioden der vergangenen Jahrhunderte aufgebaut, erhalten sowie gemehrt wurde. Leider ist davon vieles bei den lokal begrenzten Fehden und den großen Kriegen, die „Land und Leute“ bis 1945 schier regelmäßig überzogen, der Zerstörung anheim gefallen.

 

Die Ehaft

Trotz aller Katastrophen waren bevorzugt die Herrschaftsträger, aber auch die Bewohner von Gosheim und Huisheim im 15. bzw. im frühen 16. Jahrhundert darauf bedacht, sich „Dorfordnungen“ zu geben, die ihr eigenes Leben und Arbeiten und das Miteinander in den Ortschaften genau regelten. Diese „Ehaften“ oder „Dorfbücher“ enthalten beispielsweise all das, was der Untertan den jeweiligen Lehnsherren, aber auch der Kirche gegenüber in Form des Zehnten und bestimmter Fronarbeiten „schuldig“ war. Die Gosheimer Ehaft stammt vom 16. Juni 1498. Sie wurde 1513 geringfügig überarbeitet, mit Ergänzungen 1530 weitergeführt und enthält in ihren vielen Artikeln genau angegeben, was der Einzelne in seiner Sölde bzw. dem Bauernhof, in Haus und Hof, in Feld und Flur, an Sonn- und Werktagen zu erledigen und zu erfüllen hatte. Sie räumt darüber hinaus den gemeinschaftsbezogenen Rechten und Pflichten breiten Raum ein und zeigt auf, was gegenüber der Herrschaft „zu tun und zu lassen war“, wenn jemand im Dorf als Wirt, Schmied oder Bader seinem Gewerbe oder als Viehhirt und Flurwächter der ihm verliehenen Arbeit nachging. Straffälle und deren Ahndung sind ebenfalls mit aufgenommen, aber natürlich auch die Einsetzung der „Vierer“, die über das Einhalten der vorgegebenen Verordnungen und Regelungen zu wachen hatten und zugleich das dörfliche Leben in den „geordneten Bahnen“ hielten.

 

Huisheims Ehaft geht auf das Jahr 1505 zurück. In ihr wird analog zur Gosheimer Dorfordnung ebenfalls detailliert ausgesagt, welches Regelwerk für die Freien und Unfreien im Dorf geltend war. Alles, was sie enthält, wurde der Bevölkerung des Dorfes immer wieder öffentlich verkündet. Bleibt noch festzuhalten, dass bestimmte Straftaten von eigens eingesetzten „Dorfgerichten“ abgeurteilt werden konnten.

 

Burg und Schloss in Gosheim – Burgstall in Huisheim

Wer sich mit der Herrschaftsgeschichte beider Orte beschäftigt, kommt an Gosheims hochmittelalterlicher Ritterburg, erkennbar u. a. an den Buckelquadern des romanischen Bergfrieds, der zum Hauptbau des Turmes wurde, aber erst recht nicht am späteren Schloss vorbei. Sicherlich stand an der Stelle der durch Wall und Wassergraben geschützten Burg zuerst ein älterer Burgstall (=Burgstelle), der allerdings nur teilweise gemauert war. Huisheim muss sich da bescheidener geben. Lediglich eine kleine Erhebung im Flurstück „Katzenstein“ nahe der Angersiedlung verweist auf einen Burgstall, der als Bleibe der frühen Dorfherrschaft gegolten haben dürfte. Aufmerksame Betrachter können angesichts der massiven und hoch aufragenden Friedhofsmauer im Ort jedoch zu Recht die Vermutung hegen, dass es sich hier um ein wahrhaftes Bauwerk handelt. Zusätzliche Indizien dafür sind die Reste des Wehrganges and der Innenseite der Mauer und einzelne Schießscharten. Hierher, auf den nicht nur geschützten, sondern gleichzeitig auch „umfriedeten Platz“, der vor jedweder kriegerischen Handlung bewahrt werden sollte, zogen sich die Dorfbewohner mit ihren Nutztieren zurück, wenn Feinde nahten.

 

Das religiöse Leben

Die Lehensübergabe von Gosheim im Jahre 793 an Bischof Atto von Freising ist ein wichtiger Beleg dafür, dass Gosheim und damit auch das nachbarliche Huisheim zu dieser Zeit schon längst christianisiert, d. h. katholisiert waren.

Ausschnitt aus der Münsterschen Kosmographie von 1588 mit Angaben über Gosheim und Huisheim

 

Eine Änderung ergab sich erst, als Graf Ottheinrich von der Pfalz (1502 bis 1559) zum protestantischen Glauben wechselte. Nach dem seinerzeitig gültigen Grundsatz „cuius regio, eius religio“ (= wessen das Land, dessen die Religion) wurden Gosheim und Huisheim protestantisch und blieben es fast achtzig Jahre. Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (1578 bis 1653) wandte sich jedoch wieder dem Katholizismus zu. Das bedeutete für Gosheim und Huisheim die Rückkehr zum „alten Glauben“, wie man einst sagte. Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, welche Belastungen damit den einfachen Menschen auferlegt wurden. Sie fühlten sich schließlich im 16. und 17. Jahrhundert gegenüber Kirche und Religion sehr stark „in die Pflicht“ genommen und vertrauten ihrer Geistlichkeit. Diese aber hatte beim Konfessionswechsel entweder das Dorf zu verlassen oder sich konfessionell zu „arrangieren“.

 

Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen für Huisheim

Dr. Leo Hintermayr, ein gebürtiger Huisheimer, heute in Wemding wohnhaft, hat in seinem Buch „Wemding im Dreißigjährigen Krieg“ überzeugend dargestellt, was sich ab 1631, als sich die Kriegsfurie nach Süddeutschland verlagerte, in der bayerischen Stadt Wemding damit folgerichtig auch im pfälzischen Gosheim und Huisheim Schreckliches ereignet haben muss. Die Taufmatrikeln der Pfarrei Wemding sind hier unbestechliche Zeugen. Sie sagen uns, dass aus dem gesamten katholischen Umfeld (aber auch aus den evangelischen Dörfern) die wenigen Familien, die dort ausgeharrt hatten, ihre Neugeborenen in Wemding taufen ließen, weil „vor Ort“ sehr viele Pfarreien verwaist waren. Er führt aus, dass es um 1637/38 in einzelnen Ortschaften nahe Wemding kaum mehr „pfalz-neuburgische Untertanen“ gab, und nennt im Gesamtzusammenhang die Zahl von 6 Gosheimern und 4 Huisheimern. Dennoch wurde Gosheim im Jahre 1638 zum Mittelpunkt des Landkapitels Monheim erkoren. Ungeachtet der Tatsache, dass Wemding damals und auch später ein wichtiger Zufluchtsort war, wurden in Gosheim Taufen, Trauungen und christliche Beerdigungen für die vakanten (=unbesetzten) Pfarreien Mündling, Otting, Fünfstetten und Huisheim bis um 1650 vorgenommen.

 

In unserem engeren Heimatraum wirkte sich manches nochmals erschwerter aus. Weil hier die Grenze zwischen dem pfalz-neuburgischen Territorium und dem Riesgau verlief. Ein Kuriosum war und blieb, dass einer der Grenzsteine des 17. Jahrhunderts in der Stube des heute noch existierenden alten Wohnhauses des Kriegstatthofes steht. Diese Grenze und die konfessionelle Trennung brachten es bis nach dem Zweiten Weltkrieg mit sich, dass nahe Gosheim, Huisheim und Bühl gewissermaßen eine unsichtbare „Berliner Mauer“ aufgerichtet war, und sich hier wie dort unterschiedliche Trachten, ein jeweils spezielles Brauchtum und natürlich auch Mundartvarianten herausbildeten. Ein Segen für die Menschen, dass heute die Ökumene kein leeres Wort mehr ist und die Huisheimer-Gosheimer es außerdem – wenn auch sehr zögerlich – Zug um Zug sogar anzuerkennen beginnen, dass auch sie Rieser (besser: Randrieser) sind, weil der Tellerrand bekanntlich ein „Teil des Tellers“ und nichts anderes ist.

 

 

Huisheim und Gosheim auf dem Weg zur Demokratie

Wiederum ist es wegen der besonderen Anlage dieses Buches erforderlich, den Zeitraum der zuerst den napoleonischen Einmarsch in Russland (1812) unter Beteiligung bayerischer Soldaten und später den bayerisch-preußischen Krieg von 1866 umfasst, zu überspringen. Gleiches gilt für die Jahre der kriegerischen Auseinandersetzung des erstarkten Deutschlands gegen Frankreich von 1870/1871 und die unselige Zeit, in der die beiden Weltkriege (1914 bis 1918 und 1939 bis 1945) Volk und Land mit „Not, Leid und Tod“ überzogen. Diese Zeit bescherte den Gosheimern wie Huisheimern und insgesamt allen Deutschen zwei Geldentwertungen und den Nazi-Terror, aber andererseits ein Zug um Zug gewachsenes Bürger- und schließlich auch ein geläutertes Demokratiebewusstsein, das zusammen mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach 1948 die gesamte Bundesrepublik erfasste.

 

Und noch etwas ist des Erwähnens und des Erinnerns wert. Brachte der Bombenterror während des Zweiten Weltkrieges westdeutsche Frauen und Kinder auch nach Gosheim und Huisheim, so kamen – 1945 beginnend – zuerst Flüchtlinge aus dem deutschen Osten und wenig später Heimatvertriebene, bevorzugt aus dem ehemaligen Sudetenland, in die Dörfer. Was ursprünglich als neuerliche Belastung begriffen werden musste und von beiden Seiten als ein Dauerproblem bewertet wurde, wirkte sich für die so genannte Altbevölkerung und die Neubürger als segensreich aus. Die einen wie die anderen lernten voneinander, waren gleichermaßen am Aufbau beteiligt und setzten sich mit dem „ganz Neuen“ auseinander. Das alles führte zu geänderten Sichtweisen und gleichzeitig zum gegenseitigen Verständnis und zur Toleranz gegenüber allem Fremden. Heute ist die ehemals nicht für möglich gehaltene Integration als gelungen anzusehen. Aus Oberschlesiern und Sudetendeutschen wurden teilweise in der ersten, aber ganz sicher in der zweiten Generation Schwaben, was man dem von allen beherrschten Dialekt unschwer entnehmen kann.
Gosheim und Huisheim haben zudem ihr Gesicht völlig verändert. Die Bilderausstellung in Gosheim von 1993, das Huisheim-Buch von 1997 und die erneute Bilderausstellung im Jahre 1998, in der alte Fotos aus beiden Orten zu sehen waren, hat das für jedermann sichtbar gemacht. Es wäre ein glatter Fehlschluss, wollte man meinen, dass die Wandlungen in unseren beiden Dörfern nur deshalb „so und nicht anders“ sein mussten, weil sich die Berufszugehörigkeit der Dorfbevölkerung seit 1950 grundlegend verändert hat. Das allein bedingte zwar vieles, aber nicht alles! Weit bedeutsamer war, dass auch das so genannte „flache Land“ den Sprung in die Moderne vollzog und die Menschen sich nach außen wie nach innen „geöffnet“ haben, nun selbstständiger und selbstbewusster denken und handeln und dennoch ihr Huisheim-Gosheim-Erbe nicht um irgendeines Linsengerichtes willen über Bord geworfen haben.

 

Huisheim und Gosheim werden eine Kommune

Bis zum Jahre 1972 hatten die kleineren Gemeinwesen die reelle Chance, sich in freier Entscheidung zu größeren Kommunen zusammenzuschließen oder sich den nahegelegenen Städten als Stadtteile anzugliedern.

 

Sowohl Harburg als auch Wemding bemühten sich ab 1975 sehr, Huisheim und Gosheim "an sich zu ziehen" und versuchten vor allem der Gemeinde Gosheim die Stadtteil-Eigenschaft "schmackhaft" zu machen. Kurzfristig gab es auch  Bestrebungen Fünfstetten, Gosheim, Huisheim und Nußbühl zu einer Einheitsgemeinde  zusammenzubinden.

 

Bei einer Bürgerbefragung die im Jahre 1975 in Gosheim durchgeführt wurde, votierten 167 Personen für die Selbständigkeit Gosheims, 100 der Befragten waren für einen Zusammenschluss mit Huisheim. Die Regierung von Schwaben lehnte im November 1975 jedoch den Wunsch nach Erhaltung der Selbständigkeit ab und sprach sich eindeutig für die Eingemeindung Gosheims nach Huisheim aus.

 

Im Anschluss daran musste zwischen den beiden Gemeinden eine geeignete Vereinbarung zum "Zwecke der Eingliederung der Gemeinde Gosheim, Landkreis Donau-Ries, in die Gemeinde Huisheim, Landkreis Donau-Ries" geschaffen werden, die alle Vorstellungen und sämtliche Wünsche der Gemeinde Gosheim berücksichtigte.

 

Diese Vereinbarung wurde am 21. Dezember 1975 von den damals amtierenden Bürgermeistern Willy Fackler (Huisheim), sowie Josef Schneider (Gosheim) unterzeichnet. Am 24. Februar 1978 veröffentlichte das Bayerische Staatsministerium des Inneren im Bayerischen Staatsanzeiger die Verordnung, die den Zusammenschluss der beiden Gemeinden dann offiziell besiegelte.

 

Der Chronist, der 30 Jahre im Gemeinderat tätig war und jeden Entwicklungsschritt miterlebt hat, ist nun freudig gestimmt, dass die Entscheidung zum Zusammengehen von Gosheim und Huisheim im Jahre 1978 im gemeinsamen Gemeinderat und bald danach auch in den Vereinen und der Bevölkerung akzeptiert worden ist. Wichtig ist jetzt, dass 25 Jahre nach der „Eheschließung“, die den beiden Partnern amtlich verordnet wurde, nun zusammen gewachsen ist, was in moderner Zeit einfach zusammen gehört. Wer dennoch, was bis zu einem gewissen Grad zu tolerieren ist, den vergangenen Zeiten nachtrauert, möge sich überzeugen lassen, dass wir nun seit einem Vierteljahrhundert eine Gemeinde sind.

 

Niemand sollte jedoch dagegen etwas einwenden, dass die einen dennoch weiterhin vom „Huigarta“ und die anderen vom „Hoigarta“ sprechen.

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